Hab eine Frage…Welche Kritik wird hier geäußert?
Frage von vtzabf: Hab eine Frage…Welche Kritik wird hier geäußert?
Welche Kritik wird von Ulrich Beck geäußert?
Wer immer verspricht, ein Rezept gegen die Arbeitslosigkeit zu haben, sagt die Unwahrheit. So wollen diejenigen die nach wie vor auf Vollbeschäftigung setzen, meist nicht wahrhaben, dass die Idee der Arbeitsgesellschaft nur durch eine rapide Entwertung und Umdefinition ihrer Schlüsselkategorie, der Beschäftigung, künstlich am Leben erhalten werden kann. Als “beschäftigt” gilt auch, wer ohne hinreichende Existenzsicherung in tausend bunten Formen “unterbeschäftigt” ist. So ist in den USA zum Beispiel jemand schon dann nicht mehr “arbeitslos” (und taucht in den Arbeitslosenstatistiken nicht mehr auf), wenn er oder sie vier Stunden pro Woche jobbt.
Was in internationalen Vergleichen meist ausgeblendet bleibt, ist diese rapide Ersetzung von Vollarbeitsplätzen durch räumlich, zeitlich und vertraglich flexible Unterbeschäftigung. Noch Anfang der siebziger Jahre standen in Deutschland einem Nicht-Norm-beschäftigten fünf Normbeschäftigte gegenüber. Anfang der achtziger Jahre lag das Verhältnis bei eins zu vier, Mitte der achtziger Jahre bereits eins zu drei, Mitte der neunziger Jahre liegt es bei eins zu zwei. Bei Fortschreibung dieses Trends wird das Verhältnis von Norm- und Nicht-Normarbeitsverhältnis in fünf zehn Jahren bei eins zu eins liegen. Nur die Hälfte der abhängig Beschäftigten hätte dann noch dauerhafte, arbeits- und sozialrechtlich abgesicherte Vollarbeitsplätze, ohne dass die Zahl der Arbeitsplätze insgesamt zugenommen hätte. Dieser Zustand – 50 Prozent Normarbeit und 50 Prozent Teilzeitler, versicherungsfrei, temporär, scheinselbstständig Beschäftigte – schafft schon heute das “Beschäftigungs-wunder” der USA. Zugleich ist Unterbeschäftigung oft entwürdigend, da viele Menschen jenseits von Zumutbarkeitsregeln zur Beschäftigung um ihrer selbst willen gezwungen werden.
Insofern bezeugt das Wachstum der Unterbeschäftigung eindrucksvoll, dass wir in einer Arbeitsgesellschaft leben, der die Arbeit ausgeht: Im Zynismus ihrer späten Jahre begnügt sie sich mit der bloßen Hülle der Arbeit; sie klammert sich an entkernte Berufsnamen, die sich gleichwohl in den Personalausweis eintragen lassen. Ihr vielbeschworenes Job-Wachstum beruht zum (un)guten Teil auf einem Wachstum von Junk-Jobs, die weder Versorgung ermöglichen noch inhaltlichen Sinnansprüchen genügen.
Als Ausweg aus dieser Falle wird nun eine Politik der einfachen Dienstleistungen parteienübergreifend vorgeschlagen und inzwischen auch praktiziert. Diese sollen für Gering-Qualifizierte und damit insbesondere von Arbeitslosigkeit Bedrohte in Zukunft dadurch erschlossen werden, dass derartige Billig-Jobs dauerhaft staatlich subventioniert werden. Demnach ist das die Zukunft der Arbeitsgesellschaft: Raumpflege, Wäschewaschen, Mahlzeiten zubereiten und einkaufen, einfache Kinderbetreuung, häusliche Altenhilfe, Gepäck tragen am Bahnhof, helfen am Skilift oder, gemäß dem Vorbild USA, das vielbeschworene “Schuhputzertum”. Dies sind persönliche Dienste – das Ideal des “Dienens” wird von den Kanzeln einer demokratisch legitimierten Politik herab neu beschworen -, die die “Herren der Arbeitsgesellschaft”, die “global managers”, ihre kostbare Zeit kosten und daher nur zu gerne an Hauspersonal abgetreten werden: Die Vision einer neofeudalen Dienstbotengesellschaft soll vom Alptraum der arbeitslosen Vollbeschäftigungsgesellschaft befreien.
Beste Antwort:
Answer by Hugo
Du kennst kein “bitte”, also warum sollte ich Deine Hausaufgaben machen, nur weil Du zu faul bist?
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Kommentare(2)
